Veterinäre fordern strengeren Umgang mit Antibiotika
Neues aus der Schweinewelt

Antibiotika werden nach Auffassung von Tiermedizinern zu häufig verschrieben.

Es habe Todesfälle gegeben, weil Patienten mit resistenten Bakterien infiziert waren. 

Tiermediziner fordern für Menschen einen strengeren Umgang bei der Verschreibung von Antibiotika.

Während der Einsatz bei Tieren inzwischen stark reduziert worden sei, müsse der Einsatz beim Menschen kritischer hinterfragt werden. Nur so könne man nach Ansicht von Manfred Kietzmann von der Tierärztlichen Hochschule Hannover Resistenzen so weit wie möglich ausschließen.

Ferner sagte der Veterinär auf dem europäischen Kongress der Veterinär-Pharmakologen in Leipzig, dass es in der Vergangenheit Todesfälle gegeben hätte, weil Patienten mit resistenten Bakterien infiziert waren, gegen die keine Antibiotika mehr wirkten. Und das könnte laut Kietzmann jeden treffen.

Tagungspräsident Fritz Ungemach von der Universität Leipzig erklärte, dass die Tagesdosis bei Tieren mittlerweile nur rund ein Sechstel von der des Menschen betrage.

Seit 2005 seien leistungssteigernde Antibiotika sogar generell verboten.

Resistenzen beim Menschen seien hingegen in erster Linie hausgemacht, beispielsweise in Krankenhäusern, so Ungemach.

Selbst in den meisten Fällen von herkömmlichen bakteriellen Infektionen über Lebensmittel seien die Verbraucher selber schuld.

So werde Fleisch in vielen Haushalten falsch gelagert und falsch verarbeitet, wodurch Salmonellen-Infektionen ausgelöst werden könnten, sagte Gerd Hamscher von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. (dtn/gr/ddp)

 
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